ING-DiBa Kunden haben durchschnittlich zwei Girokonten

Gegenüber der persönlichen Beratung in einer Filiale kommt das Internet mit dessen Angebot noch nicht an, kämpft sich aber gemäß einer aktuellen Studie wacker nach vorn.

Eine aktuelle Studie über das Internetverhalten von Bankkunden liefert interessante und weitreichende Kenntnisse in Bezug auf das Medium Internet und dessen Bedeutung für Vertragsabschlüsse. Interessant ist unter anderem, dass ING-DiBa Kunden (Direktbank) im Durchschnitt 2 Girokonten besitzen während Kunden der Sparkassen und Volksbanken eher bei einem Girokonto bleiben.

Leider gibt die Studie keine Aufschlüsse über dieses Phänomen. Es lässt sich aber vermuten, dass Bankkunden die altbekannten Sparkassen und Volksbanken oder auch andere Institute als zweite Anlaufstelle bereithalten, da beispielsweise die eigene Bank nicht genügend Filialen für Bargeldverfügungen aufweisen kann oder andere Nachteile mit sich bringt (keinen persönlichen Ansprechpartner), die die Zweitbank kompensiert.

Interessant bei der Studie ist auch, dass das Internet beim überwiegenden Teil der User als Recherchemittel vor Vertragsabschlüssen genutzt wird. Allein in einem Quartal nutzen 60 % der User das Web zum Besuch von Internetseiten mit Finanzthemen. 20 % der Internetnutzer stellen sogar direkte finanzrelevante Suchanfragen. Hier werden besonders Suchanfragen mit 2 Suchwörtern bevorzugt (z.B. kostenloses Girokonto, Kreditkarte kostenlos). Hauptaugenmerk legen die Recherchierenden zudem auf Marken, d.h. überwiegend wird direkt nach Instituten (z.B. Deutsche Kreditbank) oder Produkten (z.B. norisbank Top-Giro) gesucht.

Ganze 48,6 % aller Vertragsabschlüsse im Studienzeitraum stellen eine Kombination aus Offline-Abschluss mit vorherigem Online-Informationsprozess, d.h. vor einem Vertragsabschluss wurde im Web nach Informationen recherchiert.

Onlineabschlüsse erfolgen besonders bei einfachen und standardisierten Bankprodukten wie Tagesgeld (27,1 % des Neugeschäfts) oder Girokonto (12,4 % des Neugeschäfts). Weit abgeschlagen findet man 0,8 % Online-Vertragsabschlüsse bei Baufinanzierungen, was bei der Komplexität eines solchen Vertrages dennoch sehr bemerkenswert ist.

Hintergrund zur Studie
Die Studie wurde in Zusammenarbeit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit der Deutsche Bank Research und Google durchgeführt. Basis waren regelmäßige Erhebungen der GfK im Rahmen des Finanzmarktpanels (FMP). Rund 20.000 Haushalte lieferten Informationen zu Kontakten mit Finanzdienstleistungen, Vertragsabschlüssen und -kündigungen. 5.000 dieser Haushalte gaben die Erlaubnis zur Dokumentation und Analyse des Internetverkehrs am heimischen PC. Der Fokus wurde auch echte finanzrelevante Online-Informationsprozesse gelegt, d.h. Online-Banking-Aktivitäten wurden nicht berücksichtigt.

verfasst am 02.09.2010.

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